Ein Theaterspaziergang durch Arkadien
16. August bis 14. September 2019

Interview mit dem Glücksforscher Hans-Peter Gstörner

Hans-Peter Gstörner. Sie sind Glücksforscher. Was bedeutet das genau?

Das Glück war immer schon eine Leidenschaft von mir. Alle Menschen streben nach Glück, ja? Nicht alle aber sind gleichermassen glücklich. Warum nicht? Was machen sie falsch? Und was machen die anderen richtig? Diese Fragen fesseln mich schon seit vielen Jahren. Als Forscher suche ich das Glück.

Und haben Sie es schon gefunden?

(lacht) Nun, es geht bei meiner Forschung nicht um mich. Mein persönliches Glück spielt hierbei keine Rolle. Nein. Mir geht es darum, das Glück mit wissenschaftlichen Kriterien fassbar zu machen. Wo findet man das Glück? Wie kann man es beschreiben? Und, als Mann der Wirtschaft, der ich nun einmal bin: wie kann man es vermehren?

Sie haben dafür eine Reihe von Maximen entworfen. Auf den ersten Blick wirken diese überraschend kreativ, teils auch beliebig. Wenn ich eine vorlesen darf: «Das Glück kommt immer dann, wenn man grad nicht zuhause ist.»

Die Maximen sind erst sehr spät entstanden. Am Anfang meiner Forschung bin ich tatsächlich noch sehr nüchtern vorgegangen. Ich habe mit Zahlen gearbeitet und dabei aber schnell gemerkt: Mit Rechnen allein ist das Glück nicht zu finden. Es braucht auch Poesie, es braucht Phantasie. Es braucht ein überraschendes Moment, denn all dies ist das Glück.

Das klingt grossartig. Können Sie mir also verraten, was ich machen muss, damit ich glücklich werde?

Schauen Sie im Sommer bei der Preisverleihung in Zürich vorbei, dort wird die Verleihung des Schweizerischen Glückspreises stattfinden und ich werde meine gesammelten Forschungsergebnisse präsentieren.

Wie man hört, soll sich bereits ein kleiner Favoritenkreis herauskristallisiert haben. Ein Name, der dabei konsequent genannt wird, ist eben dieses Appenzellische Trogen.

Es ist der Geist der Molke. Die Gemeinde Trogen ist der Beweis, dass meine Theorie funktioniert. Es gibt das Glück. In Trogen, da liegt es auf der Strasse. Da wächst es auf den Feldern. Meine zweite Maxime lässt sich hier trefflich anwenden: Je kleiner die Welt, desto grösser das Glück. Ich sage nur: Et in Arcadia ego. Et in Trogen ego.